Interview Ole Tillmann

„Mit welcher meiner Fähigkeiten kann ich den größten Mehrwert für andere Menschen schaffen?“ Wenn man das in Einklang bringen kann, mit dem was man liebt, ist das für mich die perfekte Arbeit.

Über Ole Tillmann

Ole Tillmann ist der Gründer von PEAK, einer Agentur für Sprecher Coaching und Präsentations- design. Er coacht die Speaker der TEDx Berlin, moderiert Start-Up Konferenzen, liebt das geprochene Wort und ist leidenschaftlicher Unternehmer, Ehemann und Vater.

Web        www.peakberlin.com

 

Interview vom 04. März 2014 in Berlin, überarbeitet im August 2014.

Ole Tillmanns Enthusiasmus ist ansteckend. Er ist der Gründer von PEAK, einer Agentur für Sprecher Coaching und Präsentationsdesign. Er coacht die Speaker der TEDx Berlin, moderiert Start-Up Konferenzen, liebt das geprochene Wort und ist leidenschaftlicher Unternehmer, Ehemann und Vater. Wir haben mit ihm über die Notwendigkeit seine eigene Stimme zu finden, Risiken einzugehen und den eigenen Weg zu gehen gesprochen.

Du bist dem einen oder anderen vielleicht durch die Serie “Unter Uns” oder “Top of the Pops” bekannt und hast schon vieles gemacht. Wie bist du dort angelangt, wo du jetzt bist?

 

Mein Lebenslauf ist für mich natürlich total logisch, nach außen hin aber für manchen erklärungsbedürftig.

 

“Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.” Sören Kierkegaard

Mit 13 wollte ich Grafikdesigner werden. Wenn ich gestalte, dann vergesse ich die Zeit, das macht mir am allermeisten Spaß. Also arbeitete ich zunächst in einer Agentur und landete dann per Zufall als Komparse in der TV Sendung “Unter Uns”. Eine wunderbare Gelegenheit um nebenbei etwas Geld zu verdienen. Ich wurde dann jedoch vom Sender angefragt fest im Hauptcast mitzuspielen. Ich bekam zunächst Schauspielunterricht, da war ich 17. Ich hatte nie den Wunsch gehegt Schauspieler zu werden. Ich habe nach der Anfrage sogar eher gehadert, da ich ja bereits andere Pläne hatte. Es waren meine Eltern, die gesagt haben “probiere es doch einfach mal aus”. So habe ich mich dazu entschieden in die Serie einzusteigen. Es hat Spaß gemacht, aber ich habe es manchmal auch verflucht. So eine Daily Soap ist schon ganz schön vereinnahmend. Ich habe viel gelernt und es war eine super Zeit - aber als ich das erste Mal auf der Straße erkannt wurde und die Leute mich mit meinem Rollennamen ansprachen, dachte ich “Oh nein, das ist bitter”. Ich habe aber sonst nur Vorteile davon gehabt, gut verdient und wollte ja eigentlich dann, nach dem Fachabi, Grafikdesign studieren gehen. Doch 1 ½ Jahre später kam der Sender RTL erneut mit einem Angebot auf mich zu, weil Oliver Geißen von Top of the Pops zu Big Brother gewechselt war (lacht) und der Job als Moderator frei wurde. Und so habe ich mich auf diesem Weg zum Moderator weiterentwickelt - habe das sechs Jahre gemacht und wurde parallel vom Adolf Grimme Institut journalistisch ausgebildet. Nebenbei habe ich, für mich spannende, Schauspielrollen angenommen und dachte irgendwann: Ich möchte mein schauspielerisches Handwerk verfeinern. Ich war ja von der Schulbank direkt zu RTL gekommen. Also habe ich RTL verlassen und bin nach Berlin gegangen um eine Schauspielausbildung zu machen, gekoppelt an eine Coachingausbildung nach einem amerikanischen Storytelling Ansatz und einer russischen Schauspielmethode. Das ging bis Ende 2008. Es kamen dann immer mehr Schauspieler auf mich zu, die nicht nur für Figuren vorbereitet, sondern auch für Moderationen fit gemacht werden wollten.

Von Stephan Balzer, dem Organisator der TEDxBerlin, kam 2009 die Anfrage die Sprecher für ihre Auftritte bei der TEDx zu coachen - und da war mir klar, ich muss das weitermachen. Das ganze Wissen aus dem Schauspielcoaching konnte ich perfekt auch auf Präsentationen anwenden. Hinzu kamen dann auch noch Lehraufträge am Hasso-Plattner-Institut an der School of Design Thinking sowie der Design Akademie und der Humboldt-Viadrina School of Governance. 2012 habe ich PEAK gegründet. Hier schloss sich für mich der Kreis mit meinem eigentlichem Berufswunsch des Grafikdesigners, denn ich berate meine Sprecher auch in der visuellen Kommunikation und gestalte ihre Inhalte. In der Rhetorik und im Design gelten ähnliche Prinzipien.

Für meinen Werdegang gibt es keine vorgefertige “Laufbahn”. Im Nachhinein ist es aber logisch, oder?

Welche Rolle spielen Sicherheit und Stabilität für dich?

 

Ich finde Sicherheit wichtig, aber auch extrem langweilig. Und ich bin sehr schnell gelangweilt. Dann suche ich neue Themen. Und neue Themen findet man nicht, wenn man nur nach Sicherheit strebt. Neue Impulse finde ich eigentlich immer da, wo ich mich leicht überfordere. Und nur wenn ich mich Ungewissheit aussetze, kann ich auch wachsen. Das ist ein natürlicher Anpassungsprozess. Kinder sind z.B. auch ein Wagnis, man weiß beim ersten Kind einfach nicht, was auf einen zukommt. Mich hat es gestärkt, jung Vater zu werden. Sicherheit ist in meinem Leben kein Primärziel. Meine Familie gibt mir Kraft.

 

Du bist, wie du schon sagtest, Familienvater und hast zwei Kinder. Hat sich dein berufliches Sicherheitsbedürfnis durch das Vater sein verändert?

 

Nein, meine Frau Anita und ich sind beide Unternehmer. Ich bin also nicht der klassische Alleinverdiener, der für das komplette Familieneinkommen zu sorgen hat. Es ist wahrscheinlich etwas anderes, wenn man schon in einem großen Unternehmen angestellt ist - dann überlegt man sich vermutlich dreimal ob man kündigt und sich selbständig macht. Man hat als Angestellter eine Sicherheit, die man als Selbstständiger niemals hat.

Als Unternehmer muss ich alle Entscheidung eigenverantwortlich treffen und mit den Konsequenzen von Fehlentscheidungen leben. Dabei hilft nur ein gesunder Optimismus.

Ich arbeite mit den Prinzipien des Storytellings. Die kann man prima auch auf das Leben beziehen. Zum Beispiel das Prinzip der Aktion und der Reaktion. Das 3. Newtonsche Gesetz, also ich mache etwas und die Welt reagiert in irgendeiner Form darauf. Jede Story basiert darauf. Wenn du sie fiktiv erzählen willst, dann nimmst du einen Helden, der ein bestimmtes Ziel verfolgt, dem verpasst du äußere Umstände, die er nicht einschätzen kann und lässt ihn versuchen diese zu meistern. Und jedes Mal, wenn er glaubt er kommt durch eine bestimmte Aktion seinem Ziel etwas näher, reagiert die Umwelt anders als er es erwartet. Jede Geschichte ist so konzipiert. Aktion, Reaktion. Wie im echten Leben. Die eigene Heldenreise.

Das Leben ist ein iterativer Prozess. Nonstop. Etwas anfangen, dann passiert etwas neues, man lernt daraus und macht gestärkt mit dieser neuen Erfahrung weiter.

Man muss also immer erstmal eine Aktion “initiieren”. Auch meine Gallery hier, tut so etwas für mich. Es war mir wichtig, nicht in irgendeinem Hinterhof meine Räume zu haben, sondern direkt an der Straße. “Tell your story.” steht bei mir draußen am Schaufenster. Und so kommen ständig Leute hier rein, aus aller Welt und man kommt ins Gespräch.

Aktion - Reaktion. Nach diesen Prinzipien navigiere ich mich ganz bewusst durch mein Leben.

Joseph Campbell hat einige gute Sätze dazu gesagt. 1. “Where you stumble, there lies your treasure" und 2. “Follow your bliss". Er ist davon ausgegangen, dass wir uns persönliche "geheiligte Orte" schaffen müssen. Das kann für den einen das Arbeitszimmer sein, für den anderen vielleicht eine Werkstatt, was auch immer. Und wir folgen unserem "Bliss", unserer individuellen Heldenreise immer dann, wenn wir eine Tätigkeit gefunden haben, bei der wir Raum und Zeit vergessen. Und diese Tätigkeit müssen wir dann so oft wie möglich wiederholen. Das führt nicht zwangsläufig zum wirtschaftlichen Erfolg, aber es führt uns auf unseren persönlichen "Heldenweg" und damit näher zu uns selbst. Das habe ich mir sehr stark vergegenwärtigt. Und so begegne ich Menschen, die ich sonst niemals getroffen hätte. Einfach weil ich Dinge tue, die mir etwas bedeuten und auf die ich Bock habe.

“Tell your story.” ist auch eine Aufforderung seine Stimme zu erheben und die Persönlichkeit voll zum Wirken zu bringen. Mit dem was ich tue will ich Menschen in ihrem kreativen Selbstbewusstsein bestärken. Das sehe ich als meine eigentliche Aufgabe. Das ist sehr wichtig beim öffentlichen reden und präsentieren. Und darum beschäftige ich mich auch so gerne mit dem gesprochenen Wort. Nirgendwo sonst kommt die Persönlichkeit so unmittelbar zum Vorschein.

Was einmal gesagt ist, ist in der Welt und entfaltet seine Wirkung.

 

In deinen Antworten wird eine spezielle Haltung zur Arbeit deutlich. Was ist deine persönliche Definition von Arbeit?

 

Also ich arbeite eigentlich nicht (lacht).

Ich fühle mich am besten, wenn ich mit anderen an ihren Talks und Ideen arbeiten oder Workshops moderieren kann. Und das fühlt sich nie wie Arbeit an. Das ist meine Leidenschaft, für die ich bezahlt werde. Risiken eingehen und Dinge einfach tun - das gehört in meinen Arbeitsbegriff. Richtig nach dem Ungewissen suchen und sich rauswagen. Ich bin zudem unheimlich entwicklungshungrig. Ich schaffe mir ständig neue Fähigkeiten drauf. Das Internet ist für mich die geilste Erfindung die es gibt - weil man einfach ALLES eigeninitiativ lernen und vertiefen kann. Was für ein Hilfsmittel, die eigene Arbeit zu erfinden! Das Internet macht’s einfach: Lernen, sich spezialisieren und sich sichtbar machen. Information ordnen und neue Verbindungen schaffen. Für mich ist die Kernfrage auf der Suche nach dem idealen Job:

„Mit welcher meiner Fähigkeiten kann ich den größten Mehrwert für andere Menschen schaffen?“ Wenn man das in Einklang bringen kann, mit dem was man liebt, ist das für mich die perfekte Arbeit.

 

Worin besteht für dich der Wert der Eigenarbeit in dieser hochtechnologisierten Welt, in der uns alle Wege offen stehen?

 

Also den Wert meiner eigenen Arbeit sehe ich darin, Informationen aufzunehmen und Verbindungen zu schaffen, die bisher niemand anders so schafft. Und diesen Mehrwert dann in Form von Produkten und Dienstleistung anderen anzubieten. Individualität, die bisher keine Maschine nachahmen und damit auch (noch) nicht ersetzen kann. Und nur in dem Moment, wo ich anderen Menschen begegne, habe ich die Chance einen Mehrwert für sie zu schaffen. Durch das Internet haben wir alle Zugang zu den gleichen Informationen, also könnte im Prinzip jeder das machen, was ich mache. Aber dann wiederum auch nicht, denn was unseren professionellen Beitrag individuell macht, hat eben zu stark mit kreativem Potential und der eigenen Persönlichkeit zu tun. Und die bestimmt was mir auffällt, was mir wichtig ist, welche Prioritäten ich setze. Um bedeutende Arbeit zu machen, haben wir als Menschen also nur eine Möglichkeit, nämlich den eigenen Weg zu gehen. Und alles andere, z.B. das Internet zu nutzen, um möglichst viele Informationen individuell zu verarbeiten, Verbindungen zu schaffen und damit Mehrwerte zu schaffen. So profitieren alle. Kommunikation ist total wichtig, jedem zu erzählen, was man macht. Tell your story! Man muss davon ausgehen, dass das was man tut und zu sagen hat, wertvoll ist. Sich mitzuteilen und Ideen zu teilen ist extrem wichtig. Und Risiken einzugehen.

 

Was hältst du von Begriffen wie “Work-Life-Balance”?

 

Ich unterscheide nicht zwischen Privat und Arbeit. Die Verschmelzung ist für mich nichts Negatives. Ich schöpfe beim Arbeiten Energie, daher brauch ich auch nichts als “Ausgleich” oder zum “abschalten”. Ganz im Gegenteil, es passt nicht zu meiner Persönlichkeit, es passt nicht in mein Leben, ich möchte eigentlich immer noch mehr machen, mehr wissen, lernen und gestalten. Ich mache auch Sport, verbringe viel Zeit mit meinen Kindern und meiner Frau - das inspiriert mich aber auch wieder für meine Arbeit.

Du hast in puncto Arbeit einen sehr selbstzündenden Ansatz. Was meinst du können Menschen tun, die diesen starken Impuls nicht von selbst aus spüren?

 

Ich glaube, angefangen beim Bildungssystem, je früher desto besser, muss dazu eingeladen werden, aktiv zu gestalten, anstatt sich passiv zu verhalten. Es braucht Vorbilder. Als Eltern beispielsweise muss man es vorleben. Jeder interessiert sich für etwas, jeder hat Leidenschaften. Sie nicht zu nivellieren ist wichtig. In Deutschland wird man sehr schnell “eingenordet”. Man muss wieder lernen, die eigenen Impulse wahrzunehmen, damit der Motor anspringt und weiterläuft.

 

 

Großes Thema ist dabei ja das sogenannte Scheitern. Gibt es das für dich?

 

Ich fahre mit meinen Töchtern viel Skateboard. Und da habe ich einmal einen Jungen beobachtet, der war extrem mutig und hatte wahnsinnige Tricks drauf. Als er schwer stürzte, lief ich hin und dachte ich müsste ihm helfen. Die anderen Jungs sagten zu mir, “der kann dich nicht verstehen, er ist Amerikaner” Und ich meinte “Can I help you?” - aber er stand schon auf und sagte nur: “No no, thanks, learn to fall, fall to learn”. Da staunte ich nicht schlecht. In dem Moment wurden mir auch die kulturellen Unterschiede klar, was Dinge wie Scheitern, Risiken eingehen, mutig sein angeht. Wahnsinn. Das ist auch zu meinem Motto geworden. Man darf ruhig Respekt haben, muss es aber in etwas Positives umwandeln, anstatt in Angst. Im Schauspiel ist der Antagonist immer eine Einladung zur Transformation. Je mehr Angst ich verspüre, desto schwieriger ist es in die Situation hineinzugehen, aber desto stärker transformiert komme ich wieder heraus.

Transformation bedeutet auch, dass man etwas Altes loslassen muss. Damit tun wir uns hier in Deutschland schwer. Aber es täte uns allen gut, offener mit gescheiterten Versuchen umzugehen, eine neue Leichtigkeit zu entdecken und es uns nicht so tierisch übel zu nehmen, wenn etwas mal nicht kappt. Niemand möchte deswegen verurteilt werden, warum also diese kollektive Verurteilung?

 

Glaubst du das es in jedem von uns steckt, sich rauswagen zu wollen und ganz eigene Wege zu gehen und wenn ja, warum gibt es dann so viele, die es nicht tun und sich völlig gefangen in ihrer Situation fühlen?

 

Ich glaube, das wie Campbell es sagte, es tatsächlich “heilige Orte” für jeden gibt, und die eben für jeden etwas anderes sind. Nur leben wir in einer kapitalistischen Gesellschaft und wenn ich meinen Bliss nun in etwas gefunden habe, mit dem sich absolut kein Geld verdienen lässt, kann ich solange nicht davon leben, wie ich keine Kunden habe und muss dann etwas anderes machen, das dem System entspricht. Das ist natürlich eine Realität, mit der man umgehen muss. Trotzdem glaube ich, dass jeder etwas für sich finden kann und dieses Risiko, das man auf der Suche eingehen muss, ist eben auch wichtig für die Reise. Im Prinzip gibt es heute sehr viele Möglichkeiten seine Leidenschaften auch wirtschaftlich erfolgreich zu machen. Man muss sich aber auch fragen, ob man das überhaupt will! Einige Menschen haben ein übergroßes Sicherheitsbedürfnis und müssen dem auch Rechnung tragen. Aber in unserem System haben wir viele Möglichkeiten und können unsere Leben nach eigenen Ansprüchen gestalten. Es muss nicht alles in Vollzeit passieren, man muss nicht mit allem Geld verdienen, man kann aber für seine Leidenschaften arbeiten und für etwas stehen, auch wenn es kein Geld bringt. Ich glaube fest, dass das Internet beispielsweise die Menschen highlighten wird, die mit besonderer Leidenschaft arbeiten. Weil man sich einfach sichtbar machen kann, Menschen finden kann -weltweit!- die Überzeugungen teilen und es in der Welt auf Abschlüsse, Hierarchien und Vitamin B nicht mehr ankommt. 

 

 

Warst du mal angestellt?

 

Bei RTL war ich unter Vertrag, das war so ähnlich, aber sonst nicht. Unternehmertum ist für mich total sozial. Wenn man sich auf seine persönliche Reise begibt, Risiken eingeht und seinem Ruf folgt, dann findet man a) seine eigene Stärke zu sich und b) dabei dann auch etwas, das man der Gemeinschaft geben kann. Einen persönlichen Beitrag, den man sonst nicht leisten könnte. Und ich glaube jeder ist dafür gemacht, aber nicht jeder hat Bock darauf. Aber bei mir war es schon immer so.

Welche Form der Anerkennung bedeutet Erfolg für dich?

 

Erfolgreich fühle ich mich immer, wenn ich positives Feedback für das bekomme, bei dem ich mir erlaube im freien Fall und mit offenem Visier Dinge zu tun. Wenn ich es schaffe, mir völlig treu zu bleiben, angstfrei meinen Impulsen, der eigenen Persönlichkeit zu folgen.

Wenn ich eine Moderation mache oder auf der Bühne stehe und einfach voll im Flow bin. Wenn ich dann das Feedback bekomme, “das war richtig gut”. Authentizität - wieder so ein abgelutschter Begriff, um den man aber nicht herumkommt. Für mich ist heißt das möglichst frei den eigenen Impulsen zu folgen, ohne sich dabei durch Verhaltensfilter selbst zu zensieren.

Wo wir schon bei Begriffen sind, die schnell unzureichend gedeutet werden - was bedeutet für dich Selbstverwirklichung?

 

Im Moment wirksam zu werden - Selbstwirksamkeit. Mein Räume hier, meine Arbeit im Ganzen, alles was ich gestalte, ist die Verwirklichung meines Selbst.

 

Welchen Rat hast du für Menschen, die auf der Suche sind?

 

Die Zustände für Menschen, die aktiv ihr Leben gestalten wollen, sind paradiesisch. Die Welt steht uns offen! Das Schönste daran, wenn man seiner Leidenschaft folgt ist ja, dass man tatsächlich näher an alles rankommt, was man wirklich tun und sein möchte. Die Leidenschaften verstärken sich, wenn man ihnen folgt!

Jeder kann sich fragen: Welche meiner Tätigkeiten kosten mich meine Energie und welche spenden mir Energie?

Dinge zu tun und sich mit Menschen zu umgeben, die einem Energie geben, darin liegt der Schlüssel. Und auch darin, frei im Denken zu sein und sich zu trauen weiter zu gehen, auch wenn es mal schwierig ist.

Wenn man seine eigenen Träume abgibt und sie in den Dienst anderer stellt, führt das oft nur dazu, dass man Bestehendes optimiert - das kann auf Dauer energieraubend sein. Doch wer sich für seinen Weg entscheidet, der wird die für ihn relevanten Informationen finden, die ihm dabei helfen die nächsten Schritte zu durchdenken. Wer sich aber passiv verhält, der ist überfordert durch die Masse an Informationen, die auf ihn einprasseln, weil es ihm schwer fällt die Informationen nach ihrer Bedeutung zu priorisieren.